Erstellt am 10. August 2005
Abgelegt in der Kategorie Mitch's Welt von Mitch

Als Fachinformatiker mit einem Freundeskreis der größtenteils zu dumm ist für Angst hat vor keine Ahnung hat von ein wenig unwissend ist wenn es um den eigenen Rechner geht bin ich oft unterwegs um das eine oder andere Wehwehchen zu kurieren. Das macht mir auch gar nichts aus, bei meinen vielen paar Schwachstellen finde ich auch immer wen der mir dann hilft.

Und manchmal ist es auch ganz unterhaltsam, so wie letztens bei meiner Kommilitonin: Ihr Internetzugang funktioniere seit zwei Tagen nicht mehr richtig, dauernd würde die Verbindung getrennt und wäre dann stundenlang nicht mehr zu aktivieren. Und sie bräuchte das Netz doch grad so dringend um ihr Studienvorhaben für’s Stipendium auszuarbeiten.

Also hingefahren, angeguckt, sah alles super aus. Laut eigenen Angaben keine neue Software installiert oder so, auch die Kabel hatte sie alle schon kontrolliert: Fehlerfrei.

Naja, solche Sprüche kenne ich ja schon. Also mal geschaut: Programme auf ihrem Rechner kann man an einer Hand abzählen, Virenscanner ist aktuell, soweit alles super. Nochmal die Kabel gecheckt, auch hier sieht alles super aus.

Ein Blick auf’s Modem geworfen. Das ist an. Nochmal hinter den Rechner geschaut. Wieder auf’s Modem. Moment. Jetzt ist es aus. Komisch. Ich will es rausziehen, stoße dabei an den Tisch. Wieder an. Super. Nochmal anstoßen. Wieder aus. Irgendwie auch praktisch. Eigentlich aber eher nicht.

Wackelkontakt? Mitnichten! Das Modem stand einfach bloss auf dem Kopf. Und somit auf dem An/Aus-Schalter. Und der Druck der benötigt wurde um den Schalter zu betätigen entsprach fast exakt dem der durch das Gewicht des Geräts verursacht wurde. Sprich: Jeder kleine Stoß an den Schreibtisch verlagerte das Gewicht minimal und es machte klick.

Schön wenn man helfen kann… :-)

Kommentare deaktiviert       
Erstellt am 03. August 2005
Abgelegt in der Kategorie Mal so... von Mitch

Erst drei Besucher sind über Suchmaschinen bei mir gelandet (bzw. drei konnte ich rausfiltern), zwei davon natürlich direkt mit strangen Begriffen. Mein erster Google-Nutzer wollte persönlich werden, wollte sofort auf’s Ganze gehen, er versuchte sein Glück (bzw. sie, hoffe ich doch mal) mit dem Query mitch ficken. Hat sich aber nicht getraut dann auch mal zu mailen. Naja, vermutlich zum Glück nicht. Der nächste Googler wollte mich vom schönen Köln direkt mal ins finstere ferne Bayern versetzen, ganz dreist mit den Begriffen mitch bayern münchen.

Na dann, jedem das Seine…

1 Kommentar       
Erstellt am 30. Juli 2005
Abgelegt in der Kategorie Netzfetzen von Mitch

Gerade per Mail bekommen.

Straßenmaler, für gewöhnlich langweilige Schnorrer die mit mehr oder (meistens) weniger Talent Kreide-Kritzeleien auf öffentlichen Plätzen verbrechen. Delphine. Portraits. Landschaften. Öde wie nichts.

Aber der hier, der ist anders. Der malt 3D. Abgefahren. Das würde ich gerne mal live sehen…

Kommentare deaktiviert       
Erstellt am 18. Juli 2005
Abgelegt in der Kategorie Weltkritik von Mitch

Heute war wieder einer dieser Tage. Lauter komische Leute unterwegs, mich selbst eingeschlossen. Auf dem Weg zum Sprachplenum, an der viel befahrenen Universitätsstraße entlang, da kommt von hinten ein Koloss von einer Frau an mir vorbeigeradelt. Auf dem Gepäckträger ein kleines Mädchen, dem Kindergarten noch lange nicht entwachsen. Krampfhaft klammerte es sich fest, was gar nicht so einfach war da erstens Mamas Hintern dermaßen breit war dass kleine Kinderärmchen diesen nicht annähernd umfassen konnten und zweitens weil derselbe Hintern auch so weit über den Sattel rausragte dass die Kleine quasi halb in Rückenlage mitfahren musste. Selbstverständlich ohne Schutzhelm und sonstige Schutzkleidung. Das manche Menschen aber auch einfach nicht mal eine verdammte Sekunde nachdenken.

Kaum habe ich aufgehört leise vor mich hinzuschimpfen, kommt die nächste Irre vorbei. Minirock, bauchfrei, aufgetakelt bis zum geht-nicht-mehr, an der Hand einen kleinen heulenden Jungen hinter sich herschleifend. Ich kriegte nur einen kleinen Fetzen des Gekeifes mit das sie von sich gab, aber das klang ungefähr so: “...unn watt schtellste do disch överhaubt so ahn, de Mattes is doch sowie ne Aasch, der sollt ma so rischtig ein in die Fresse kriege. Hättst dem ma bessa ordentlisch eine gescheppert ahnschtatt hier so rumzuheule!” [1]
Ahja, da werden die kommenden Stützen dieser Gesellschaft schonmal vorab ausgehöhlt.

Nur ein paar Schritte weiter zerrt eine weitere Rabenmutter ihr Kleines mitten über die Straße. Alle fünfzig Meter gibt es Ampeln, aber naja, das Kind soll ja was für’s Leben lernen. Wollen wir nur hoffen dass es auf dem Nachhauseweg die Abstände zwischen den Wagen, deren ungefähre Geschwindigkeit sowie das eigene Tempo halbwegs richtig einschätzt und nicht vergisst dass bei einer vierspurigen Straße die Autos auch mal von der anderen Seite kommen. Den Rest macht dann ja, mangels Erfahrung, das mathematische Grundwissen und das beherrschen unsere Schüler ja besonders gut (wie die Pisa-Studie eindrucksvoll belegt hat).

Während meiner ganzen Flucherei über die Dummheit der Welt habe ich dann die Zeit ein wenig aus dem Auge verloren und musste mich plötzlich sputen. An der letzten Ampel vor’m Ziel angekommen macht diese genau das was Ampeln bei mir immer tun: Sie springt für Fussgänger auf rot. Die Zeit ist knapp und ich husche meiner Phobie zum Trotz noch schnell rüber. Auf der anderen Seite angekommen wird prompt ein zwar kurzer, aber deshalb nicht weniger anklagender Zeigefinger auf mich gerichtet und die dazu gehörige blondbezopfte Vierjährige sagt mit tadelndem Unterton zu ihrer Mama: “Der Junge da ist bei rot über die Straße gelaufen. Das ist gefährlich! Und verboten.”

Raben-Mitch!

——————-
[1] Jaja, kölschen Dialekt schreiben muss ich noch üben.

Kommentare deaktiviert       
Erstellt am 11. Juli 2005
Abgelegt in der Kategorie Mitch's Welt von Mitch

Ich bin einer der Menschen die nicht wegen öffentlichen Verkehrsmitteln rennen. Und schon gar nicht in der Stadt. Damit scheine ich zu einer Minderheit zu gehören. Immer wenn ich mit Freunden irgendwo hin fahren will, rennt plötzlich die ganze Truppe los und schreit dabei irgendwas von wegen “Schnell, die Bahn kriegen wir noch”. Um dann nach wenigen Metern festzustellen dass ich nicht mit laufe. Irritierte Blicke, dann der Versuch mich umzustimmen: “Hey, komm schon sonst verpassen wir die Bahn!”. Als ob mir das nicht klar wäre.

Warum sollte ich für ein Verkehrsmitteln rennen das im Zweifelsfall alle zehn Minuten fährt? Und das vermutlich sowieso in dem Moment Gas gibt in dem man gerade hechelnd ankommt. Straßenbahnfahrer sind nämlich genauso gehässig wie Ampeln! Das macht doch keinen Sinn. Aber die meisten Leute scheinen das anders zu sehen…

In München habe ich das ganz extrem erlebt: Die U-Bahn Stuntmen. Selbst an der zentralsten Station, wo alle Richtungen im 5-Minuten-Takt bedient werden, vollbringen die Leute unglaubliche Sprints um diese Minuten nicht warten zu müssen. Der beginnt meist schon oben an der Rolltreppe, da werden immer drei (Anfänger) bis sechs (Profis) Stufen auf einmal genommen! Unten auf dem Bahnsteig angekommen wird der Oberkörper so weit nach vorne gebeugt dass die Schwerkraft entsetzt wegschaut. Mit zum Handkantenschlag gestreckten Händen wird die Luft mit einem zischenden Geräusch geteilt und die Lackschühchen der Anzugträger klackern über den Beton dass die Riverdancer Tränen in die Augen bekommen. Und dann, mit einem letzten kleinen Hopser, landen sie in der Bahn. Kurz bevor die Türe schließt.

Den besten Stunt den ich dort sah hat ein junges Mädel gemacht. Ich saß bereits in der Bahn als ich sie mit wehendem Haar die Rolltreppe runterjagen sah. Sie schaffte vier Stufen auf einmal, hätte aber bei ausreichender Körpergröße locker die Profigrenze erreicht. Als sie nur noch wenige Meter von der Tür entfernt war begann diese sich zu schließen. Ich dachte mir schon das war’s dann wohl aber das Mädchen gab nicht auf. Das hübsche Gesicht vor Anstrengung zu einer Grimasse verzerrt schaffte sie es tatsächlich noch zu beschleunigen. Kurz vor der Tür – diese war bereits bis auf einen kaum mehr bierkastenbreiten Spalt geschlossen – sprang sie vor. In der Luft brachte sie ihren Körper in eine seitliche Lage, streckte die Arme vor, bog die Füße nach unten und hechtete elegant in den Wagen. Dann schloss sich die Tür. Ich musste mich zurückhalten um nicht aufzuspringen, zu jubeln und zu klatschen und spontan eine Siegeshymne zu komponieren. So toll sah das aus. Die Masse der Münchener nahm die Aktion ohne jegliche Regung zur Kenntnis, als wäre es etwas mehr oder weniger alltägliches. Nur ein älterer Herr gönnte ihr ein kurzes Nicken. Profis unter sich eben.

Naja, die Bayern. Andere Länder, andere Sitten… ;-)

Kommentare deaktiviert       
 1 2 ...76 77 78 79 80 81