China rückt immer näher. Für die DAAD Bewerbungen brauche ich vier Passfotos, für einen Reisepass auch welche. Ausserdem läuft mein Perso bald aus und ein neuer ist fällig. Und da ich eh zum Amt muss um Kopien meines Abi-Zeugnisses beglaubigen zu lassen, mach’ ich das doch alles mal auf einen Rutsch. Aber zuerst mal die Passbilder.
Beim kleinen Fotoladen um die Ecke wollte ich mir den Fotostress sparen, den der MC gerade bei seiner Passbild-Odyssee gemacht hat. Und zwölffuffzig für acht Fotos sind ja noch in Ordnung. Wobei ich für den eBay-Support, den ich der russischen Fotografin während des “entwickelns” (ausdruckens) gegeben habe, eigentlich einen Abschlag hätte verlangen sollen. Naja. Gelegenheit vertan.
Der tolle, neue Reisepass (der für unter 26jährige laut Wikipedia statt 59 Euro “nur” 37,50 Euro kostet! Und das lese ich am Tag vor meinem 26. Geburtstag! Verdammt, verdammt, verdammt!) verlangt nach Fotos auf denen man stur geradeaus starrt und nicht lächelt.
Nicht lächeln – super Sache für Fotomuffel wie mich. Aber da hatte ich die Rechnung ohne die Fotografin gemacht. Die fühlte sich in ihren künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten doch sehr eingeschränkt. “Mit den Augen, da kann man noch was machen!” sagte sie. “Jaja…” murmelte ich und starrte regungslos in die Linse. Nix da. “Die Augen!” rief sie aufgebracht, “...zeig die Augen!“. Ich zeigte meine Augen. “Neineinein! Die Augen. Strahlen!” wurde ich belehrt. Ich riss die Augen auf. Nicht gut. Ich legte den Schlafzimmerblick auf. Nicht gut. Ich zog eine Augenbraue hoch. Nicht gut. Der Bambi-Blick. Nicht gut. Nach noch weiteren Variationen meines augenverformtechnischen Repertoires gab sie endlich auf. Zum Glück. Das enstandene Bild ist nicht toll, reicht aber aus. Sind doch bloss ein paar Staatsformulare und Stipendien-Bewerbungen. Da geht’s doch nur darum dass man mich erkennt. Hoffentlich nehmen die vom Amt das an. Werde ich wohl in der nächsten Zeit erfahren…