Und zwar eine, die ich nicht vermissen werde, wenn ich wieder zurück bin. Auch wenn das hier mit nur einem Euro fürs Schneiden und Waschen recht günstig ist, bin ich doch gerne bereit das zehn- bis zwanzigfache dafür zu bezahlen wenn es dann wenigstens richtig gemacht wird. Und schnell.
In Deutschland verbringe ich normalerweise maximal eine viertel Stunde auf dem Stuhl. In China mindestens dreimal so viel. Gerade habe ich fast anderthalb Stunden da gesessen. Mit einer beschissenen Kurzhaarfrisur, verdammte Kacke!
Warum ist das so? Ja, zunächst einmal kriegt jeder Friseur erst mal die große Flatter wenn ein Westler den Laden betritt. Weil wir ja sooo besonders aussehen. Zusammen damit setzt wohl auch eine Art Rauschen in seinem Kopf ein, so dass er nur noch maximal die Hälfte von allem mit bekommt, was so passiert. Das ist natürlich nicht förderlich. ![]()
Weiterhin waren bisher nur zwei Friseure in der Lage, eine Haarschneidemaschine einzusetzen. Zwar ohne Aufsatz und nur mit Kamm, aber immerhin noch besser als die anderen, die das in mühevoller Kleinstarbeit per Hand machen. Wenn es so wenigstens ordentlicher wäre. Ist es aber nicht. Es ist immer ungleichmäßig und ich muss es jedesmal bemängeln.
Gerade war ich bei einem Typ der dem ganzen die Krone aufgesetzt hat. Hoffe ich zumindest. Nicht dass es noch nerviger wird. Zuerst habe ich ihm nur gesagt, dass ich es ein wenig kürzer haben will. Er sagte “Gut” und legte los. Und schnitt einen verdammten Millimeter ab. Ich sagte ihm, dass ich es aber lieber noch kürzer hätte. Es sagte “Gut” und schnitt fröhlich weiter immer nur einen Millimeter ab. Ich sagte ihm, dass ich es gerne verdammt viel kürzer hätte. Er sagte “Gut” und fuhr fort wie bisher. Ich fragte ihn auf deutsch, ob er auch nur ein einziges Wort von dem verstehen würde, was ich sage. Er sagte “Gut” und machte weiter. Verdammt. Da lag der Hund begraben. Einer von der Sorte. Mich auf Chinesisch vollquatschen, aber nicht eine Sekunde lang in Betracht ziehen, dass ich auch auf Chinesisch antworten könnte. Und im Kopf auf so festen Schienen fahren, dass sie das auch nie raffen, wenn ich nicht hunderprozentig sauber spreche. Und es dann nichtmals zugeben. Die liebe ich.
Also habe ich seinem Chef erklärt was ich will und der hat es dem Typen dann “übersetzt”. Aber auch das hat nicht viel geholfen. Ich habe es an den Seiten gerne sehr kurz. Pi mal Daumen einen halben Zentimeter. Das hatte ich auch gesagt. Das hatte der Chef auch weitergegeben. Trotzdem musste ich fünf weitere Male “Noch kürzer” sagen, bis er es endlich hin bekommen hat. Als ich also endlich “Kurz genug” gesagt hatte, war er ganz glücklich. Strahlte mich an und fragte “Die andere Seite auch?” Oh Mann… ![]()
Nach dem er die Haare der anderen Seite meines Kopfes dann auch endlich mehr oder weniger auf die gleiche Länge herunter gestutzt hatte, musste ich ihn nur noch knappe 20 Minuten lang nerven bis er mir auch am Hinterkopf ein paar Haare abgeschnitten hat. Den wollten die immer unterschlagen. Frei nach dem Motto “Das merkt der doch eh nicht”. Es ist jetzt natürlich immer noch alles unregelmäßig, aber zumindest fällt es nicht mehr auf den ersten Blick auf.
Nicht mehr lange…
Gestern war ich, da ich ja im September aus beruflichen Gründen (Möbel Import & Export) nach Dalian ziehe, unterwegs um einen Kindergarten für meine Tochter Veronika (4) zu finden. Da ich bei der kleinen Vroni nicht geizen will, habe ich mir (zusammen mit meinem Dolmetscher A.) einen etwas besseren, luxuriöseren, bonzigeren Kindergarten angeschaut.
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Naja, eigentlich wollte A. mal einen chinesischen Kindergarten von innen anschauen und gleichzeitig sein Herzmädchen bei der Arbeit beobachten. Da diese aber in einer etwas besseren Einrichtung arbeitet, kann man da nicht einfach so reinspazieren und sich umschauen. Auch nicht mit Ausländer-Bonus. Daher mussten wir ein wenig an der Wahrheit drehen. Nur ein wenig, denn bis auf dass ich keine Tochter habe, nicht mit Möbeln handle, nicht nach Dalian ziehe und A. nicht mein Dolmetscher ist, stimmte alles. ![]()
Vom Kindergarten waren wir positiv überrascht. Knapp 180 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren sind in altersgemäßen Gruppen von ungefähr 25 Kindern aufgeteilt. Auf jede Gruppe kommen 3 Erzieherinnen, die alle einen Universitätsabschluss haben. In den meisten Fällen zwar den niedrigsten Abschluss, aber einige haben auch ihr Pädagogik-Studium abgeschlossen und sich danach sogar noch in weiteren Fächern wie Kunst oder Musik weitergebildet. Und bilingual sind sie auch noch, wobei das auf eine sehr chinesische Art verstanden werden muss: Sie können alle “Hello” rufen. ![]()
Die Kinder werden von morgens bis abends beschäftigt, dabei wird aber nicht nur gespielt, sondern auch gelernt. Und zwar nicht nur die Lebens-Basics (wie zum Beispiel Schuhe binden, Gabel benutzen, andere Kinder nicht hauen, das eckige Ding muss auch in die eckige Öffnung) sondern auch Dinge, die wir in Deutschland erst in der Schule lernen. Schon die Zweijährigen fangen an das Lesen zu erlernen, die Sechsjährigen können sogar schon ein bisschen schreiben. Und alles in spielerischer Atmosphäre, wie uns die Vize-Leiterin versicherte. Dazu kommen jede Menge Außenaktivitäten, Wettbewerbe, Kunstklassen und so weiter.
Selbst beim Essen sticht der Laden heraus: Ein einfaches “Es gibt was gesundes!” reicht hier noch lange nicht aus. Ökologisch auch nicht. Nein, alle Zutaten werden aufs Milligramm genau analysiert, damit die lieben Kleinen auch die korrekte Menge an allen möglichen Vitaminen, Mineralien und sonstigem Zeugs bekommen. Wenn ein Tagesmenü nicht auch 100% des Tagesbedarf daran deckt, dann kommt es nicht auf den Teller.
Und jeder der rein und raus will, muss sich erstmal einem Wärter erklären, der dann das große Schloss aufschließt, einen durch lässt und danach sofort wieder dicht macht. Ok, das war zwar leicht zu umgehen, aber danach wurden wir natürlich keine Sekunde aus den Augen gelassen und durften uns auch nicht auf eigene Faust umschauen. ![]()
Tja, da könnte ich mir schon vorstellen die Vroni (4) hinzu schicken… ![]()
Ich war im Radiooo.
Gestern Abend bei Trackback von Radio Fritz. Haha. Die Sendung kann man sich hier online anhören oder als MP3 herunter laden.
Auch wenn das mal eine spannende Sache war, habe ich doch mal wieder festgestellt, dass ich nicht so der Redner bin. Ich schreibe lieber. Da kann ich mir alles nochmal angucken. Umformulieren. Korrigieren. Und so. Und da ich Holgers Fragen schriftlich zumindest teilweise ein wenig anders beantwortet hätte, habe ich ein paar Fragen aus dem Interview hier nochmal durchgearbeitet:
Und das obwohl wir uns von Chinesen kaum unterscheiden. Wir sind, zumindest hier im Norden, nicht größer. Wir tragen mehr oder weniger die gleiche Kleidung. Wir haben keine Scheiben in den Lippen oder künstlich verlängerte Hälse. Selbst die Hautfarbe ist ziemlich ähnlich. Wir haben doch bloß eine andere Haarfarbe und andere Gesichtsformen. Verdammt.
Das kann ich nicht verstehen. Will es aber auch nicht versuchen. Weil es erfolglos wäre. Da muss man eben einfach durch.
Auf der anderen Seite gilt man als reicher Ausländer. Das heißt, jeder kleine Händler versucht einem erstmal die Ware zum zehnfachen Preis anzudrehen. Mindestens. Wenn man über einen Markt läuft, wird man von allen Seiten angebrüllt und angepackt weil irgendwer einem was verkaufen will.
Und die andauernde Aufmerksamkeit kann auch nervig werden. Dauernd ruft irgendwer “Hello” und meint, nur weil man Westler wäre, hätte man Lust sich mit jedem auf Englisch zu unterhalten und am besten gleich Telefonnummern auszutauschen. Manchmal auch richtig dreist: Letztes kam ein Mädel an, drückte mir ein Englisch-Lehrbuch in die Hand und sagte ich solle vorlesen, sie hätte leider kein Tonband-Gerät.
Aber ich würde einen solchen Eintrag aus auch anderen Gründen nicht in Netz setzen. Erstens: Ich bin Gast in diesem Land. Ich bin freiwillig hier. Ich war mir mehr oder weniger über die rechtliche und politische Lage hier bewusst und werde mich natürlich auch an die Gesetze halten. Und regierungsfeindliche Dinge sind nun mal verboten. Das muss ich respektieren, ob ich es nun gut finde oder nicht. Und: Ich finde wir haben genug Probleme im eigenen Land. Ich meine, ich sollte mich zunächst um die kümmern, bevor ich anfange China zu verändern. Das steht mir einfach nicht zu.
Mal am Rande bemerkt: Viele Leute glauben, dass in China eine unglaubliche böse Unterdrückung herrscht. Das ist falsch. Es ist definitiv nicht so, dass die Leute hier in Angst vor ihrer Regierung leben. Es ist nicht so, dass hier alle nur parteikonform reden weil sie fürchten, dass ihnen sonst etwas zustößt. Die meisten Leute reden so, weil sie so denken. Weil sie ehrlich und wirklich dieser Meinung sind. Weil Erziehung und Umfeld eben entsprechend prägen. Und warum muss das unbedingt falsch sein? Klar gibt es verdammt arme Leute hier. Mit Sicherheit leiden einige Leute unter dem Regime der Partei. Aber es gibt verdammt viel mehr Leute die glücklich sind. Arme sowie Reiche. Was ich damit sagen will ist, dass ich zwar kein Freund des chinesischen Regierungssystems bin, aber zumindest der Meinung bin, dass es bei weitem nicht so bösartig und grausam ist, wie es gerne von westlichen Medien dargestellt wird.
Hey, die USA scheißen auf Menschenrechte und unterdrücken ihr Volk. Und beim Thema Pressefreiheit hat Deutschland auch keinen sonderlich guten Ruf und von dem aktuell angestrebten Überwachungsstaat will ich ja gar nicht erst reden.
So. So wäre es besser gewesen. Aber ist nicht dramatisch, habe nichts gesagt was ich bereuen würde oder so. Nur manchmal eben nicht genau das ausgedrückt, was ich eigentlich ausdrücken wollte… ![]()
Von Freitag Mittag bis Samstag Nachmittag hat unsere Uni einen kleinen Ausflug für uns Stipendiaten organisiert. Und zwar ins nahe Naturreservat 冰峪沟 (Bīngyùgōu).
Diese Ecke wird wohl auch mal die “kleine Schweiz Asiens” oder auch das “kleine Guilin” genannt. Weil die Landschaft dort sooo toll ist. Ok, das ist sie auch, aber der Trip an sich war einfach nur grauenhaft.
Nie wieder Uni-Ausflüge mitmachen, auch wenn sie kostenlos sind!
Naja, im Nachhinein betrachtet war alles gar nicht so schlimm, aber vor Ort und alles auf einmal ging das mal gar nicht. Eine eigentlich nette Idee der Uni und ein eigentlich hübscher Ort, aber beides durch absolut unnötige Aktionen versaut. ![]()
Zunächst einmal die Anreise: Bingyu Gou liegt gute drei Stunden Busfahrt entfernt von Dalian. Zu unserer Unterhaltung hatte die Uni eine Reiseleiterin angeheuert, die uns mit Gesangseinlagen und Spielchen sowie Karaoke die Zeit vertreiben sollte. Was man dabei nicht bedacht hat: Wir Westler fanden das eine total blöde Idee. Wir wollen nicht singen, wir wollen niemanden singen hören (schon gar nicht mit Echo-Effekt und über die grottigen Buslautsprecher) und wir wollen auch keine Spiele spielen. Wir können uns drei Stunden problemlos selbst unterhalten. Und selbst die sonst so sing-wütigen Koreaner, die den größeren Teil der Truppe ausgemacht haben, waren dafür nicht zu begeistern. Nachdem das arme Mädel fast eine Stunde lang erfolglos versucht hat, irgendjemanden zu irgendetwas zu begeistern, hat sie es eingesehen und endlich Ruhe gegeben. Glücklicherweise, mein MP3 Player hatte nicht genug Leistung um sie vollkommen übertönen zu können.
Das Geld hätte man besser in einen Bus mit Toilette investiert gehabt…
Das “Hotel” in dem wir untergebracht waren, war ganz armselig. Meiner Meinung nach hätte man sich das sowieso sparen können, bei einer Anreise von drei Stunden muss man nicht unbedingt über Nacht vor Ort bleiben, das ist doch noch im Rahmen eines Tagesausflugs drin. Aber ok, man kann natürlich auch eine Nacht da bleiben. Wobei man dann lieber viel später losgefahren wäre, denn das “Hotel” war außerhalb des Parks in einer Touri-Gegend wo man aber absolut nichts machen konnte. Außer sich langweilen.
Ein weiterer Stimmungsdrücker war das “Essen” vom “Hotel”. Ich würde es als “kalten Abfall mit Soße” bezeichnen. Den wir zu elft an Tischen zu uns nehmen mussten, die eigentlich eher für sechs Leute ausgelegt waren. Und andere Tische aus dem ansonsten komplett leeren “Restaurant” durften wir nicht in Beschlag nehmen. Ohne Grund, eben aus sturer Doofheit. ![]()
Der Hunger und der Versuch der mitgereisten Lehrer, am “Hotel” ein Unterhaltungsprogramm aufzuziehen, hat uns dann zum lokalen Fleischspießchen-Markt getrieben wo wir den Rest des Abends verbracht haben. Meiner Meinung der absolute Höhepunkt der Veranstaltung und wirklich lustig. Gegen Eins haben wir uns dann in unsere viel zu kleinen Betten in unseren schmuddeligen Zimmern zurückgezogen, um nur zwei Stunden später von der Morgensonne und so einigen verrückten Hähnen geweckt zu werden.
Nachdem wir uns noch herumgewälzt haben, bis es endlich halb Acht war (um halb Neun sollte es in den Park gehen), sind wir aufgestanden um festzustellen, dass es weder warmes Wasser noch eine Dusche noch eine vernünftige Toilette gab. Ich habe mich zwar prinzipiell an chinesische Klos gewöhnt und finde sie gerade an öffentlichen Plätzen sogar besser als unsere westliche Version, aber in Hotels wo ein nicht ganz so großer Durchsatz ist und man ein Klo auch wirklich sauberhalten kann, da erwarte ich schon ein westliches Ding. Von den Plumpsklos gab es übrigens zwei, auf erhöhten Podesten mit nur halbhohen Sichtschutzwänden. Eines davon direkt vorm Fenster, so dass man (dank der höheren Lage) quasi vollkommen schutzlos von der Straße aus angestarrt werden konnte. Dass die Klos dreckig waren, brauche ich vermutlich nicht zu erwähnen.
Nachdem ich mich ein bisschen beruhigt hatte, gab es dann endlich “Frühstück”. Ich würde es eher “kalten Abfall ohne Kaffee” nennen. Danach ging es los in Richtung Park. Da ich vom Abfall des Vortages kleinere Verdauungsschwierigkeiten bekommen hatte, konnte ich das nicht sonderlich positiv angehen, sondern musste dauernd an Busse ohne Klos und und vollkommen überfüllte öffentliche Klos ohne Trennwände und Reinigungspersonal denken. Da ich dabei noch ungeduscht, hungrig und totmüde war, kann man sich meine Laune vielleicht vorstellen. ![]()
Zum Park selbst: Echt schöne Gegend. Tolle Landschaft. Leider aber für den Tourismus vollkommen ruiniert worden. Ich weiß nicht warum, aber Chinesen lieben große, hässliche Plastikfiguren. Also hat man ganz viele von denen in die Landschaft gestellt. Außerdem mögen sie es, Dinge zu “verbessern”. Also hat man mit einem künstlichen Wasserfall eine an für sich hübsche Felsformation zerstört. Weiterhin beliebt in China sind: Laute Musik, Tand und Kitsch, zwanzig Stände an denen exakt das gleiche verkauft wird und Reiseführer mit Megaphon. Also davon auch eine gute Portion in die ehemalig wirklich nette Szenerie gepackt. Kombiniert damit, dass wir nicht selbstständig herum laufen konnten, sondern in der Gruppe einen festen Weg ablaufen mussten (den bei den Chinesen wohl am beliebtesten Weg, aufgrund unterschiedlicher Ansichten bezüglich Natur/Schönheit aber für von uns Westler wohl ungünstigsten Weg), wurde die ganze Aktion dann endgültig sinnlos.
Ich habe den Tag also zum Großteil damit verbracht mich aufzuregen und Toiletten zu suchen. Und Hunger zu haben. Zum Glück gab es vor der Rückfahrt nach Dalian noch ein Mittagessen. Ha. Von wegen. Dafür ging es zurück zum “Hotel” wo man uns den gleichen Müll aufgetischt hat wie am Abend zuvor. Wahrscheinlich sogar den selben.
Fazit: Sehr schade. Nette Idee. Nette Gegend. Aber leider aus gerade genannten Gründen für mich zum nervigen Ausflug in ein hässliches Gebiet geworden. ![]()
Heute stand auf dem Programm: Teilnehmen am “The 5th International Dalian Walking Festival“! Also nix mit Ausschlafen, sondern brav morgens um acht Uhr bei der Uni antanzen.
Ausgestattet mit T-Shirts und Kappen in Einheitsfarben (außer mir, ich hatte am Vortag noch mit einem chinesischem Kommilitonen getauscht) ging es dann los zum Xinghai Square. Da auf die Frage wie viele Leute denn so teilnehmen würden immer die Antwort “einige Zehntausend” kam (und ich im Internet auch etwas von über 200.000 Teilnehmer beim letzten Lauf gelesen hatte), habe ich mich auf unglaubliche Menschenmassen und ordentliches Gedrängel sowie katastrophale Zustände auf den fünf öffentlichen Toiletten entlang des Weges eingestellt. ![]()
Aber es war gar nicht so. Da es statt einem Startzeitpunkt einen Startzeitraum von zwei Stunden gab, hatte sich alles ziemlich verlaufen. Für chinesische Verhältnisse zumindest.
Und da wir recht spät angekommen sind, haben wir auch keine echten “Walker” mehr gesehen, sondern uns schön in die Reihen der gemütlichen Spaziergänger eingefunden.
Eigentlich musste man sich im Voraus entscheiden ob man nun 5, 10, 20 oder 30 Kilometer laufen möchte, aber da das bei uns die Lehrer erledigt hatten, waren wir für die 20km Version eingeschrieben. Glücklicherweise schien das aber völlig irrelevant zu sein, so dass wir uns dann doch für die 30km Strecke entschieden haben. Nicht weil wir so gerne laufen, sondern weil diese Strecke am Meer entlang führte und der 20km Weg zum größten Teil durch die Berge weiter landwärts ging. Meer ist viel besser. Hübscher anzuschauen und Wind. Was wichtig war, denn es war heute morgens schon über 25 Grad. In der Mittagssonne wurde es dann so richtig heiß.
Bis zum Ende gelaufen sind wir dann auch nicht, denn so schön ein kleiner Spaziergang doch ist, nach ein paar Stunden verliert er seinen Reiz. Gegen Mittag hatten wir knapp die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht und haben uns (nach einer kleinen Pause an der Küste) dann abgesetzt und sind was essen gefahren. ![]()
Reicht ja auch. ![]()