Zum Shoppen habe ich es nicht mehr geschafft. Bin erst um 19 Uhr hier wieder weg gekommen. Dafuer wollte ich dann zum Donghuamen Nightmarket, einen (wie der Name vermuten laesst) Nachtmarkt auf dem, hauptsaechlich fuer Touristen, verschiedene, abgefahrene Gerichte angeboten werden. Leider habe ich mich aber verlaufen und bin wieder am Tiananmen Square gelandet. Dann war es mir zu bloed, ausserdem hatte ich Hunger und bin zum Hostel zurueck und habe wieder im Restaurant gegessen. Diesmal war es richtig gut: Speck und gruene Pfefferschoten, dazu (eher danach weil suess) Sesambaellchen. ![]()
Das schoene an Beijing ist, dass man sich eigentlich nicht schlimm verlaufen kann, der touristische Teil ist nicht sooo gross und wenn man eine Ubahn findet, dann findet man auch wieder heim. Es gibt bloss vier Linien. Was hier wirklich gefaehrlich ist, das sind die “Zebrastreifen”. Ich hatte zwar schon schnell gemerkt, dass Autos immer Vorfahrt haben, aber dass auch Polizisten (Soldaten? Was auch immer!) fast ueberfahren werden und einfach weitergehen ohne was zu machen haette ich nicht gedacht. Naja, ich werde jetzt lieber immer zu der naechsten Unterfuehrung laufen, das ist wohl sicherer!
Naja, morgen vormittag hole ich Anny ab, dann werde ich die ueberall mit hin schleppen und hoffentlich mehr tolle Sachen austesten…
Nachdem ich nachts entdeckt hatte, dass man die Klimaanlage mit einer Fernbedienung einschalten muss, habe ich dann doch noch ganz gut geschlafen. Das Fruehstueck morgens war etwas strange, habe “europaeisches Fruehstueck” genommen, das bestand aus, leider ungewuerztem, Spiegelei, Toast und Marmelade und eigentlich leckerer Wassermelone, wenn der Koch da nicht gekochte Bohnen drueber gekippt haette. ![]()
Gegen Mittag bin ich dann los zum Tiananmen Square der nur drei Stationen mit der Ubahn entfernt liegt. Sehr praktisch. Dort bin ich dann einmal drueber gelaufen und einmal rund herum durch die Seitenstrassen. Dann noch kurz bis vor die Tore der verbotenen Stadt, denn rein will ich erst wenn jemand da ist, ist ja sonst langweilig. Unterwegs wurde ich andauernd von irgendwelchen Leuten angesprochen die mir irgendwelche Dinge andrehen wollten, von (durch die Hitze geschmolzenem) Eis, Getraenken, Kappen, Andenken und Fotobuechern bis zu mysterioesen, klirrenden Steinen (oder so) die man hoch wirft und die dabei seltsame Geraeusche machen. Im Gegensatz zu den chinesischen Touristen, die wirklich alles gekauft haben, bin ich standhaft geblieben und habe nichts geholt.
Dann wurde ich von einem Maedel angesprochen das ziemlich gut englisch sprach und die mich auf eine Austellung im Nationalmuseum kriegen wollte. Da diese kostenlos war und ich gerne in einen klimatisierten Raum wollte, bin ich mal mitgegangen. Es handelte sich um Bilder von Studenten der Beijing Chinese Art Akademie und war eigentlich auch recht interessant, sie konnte recht viel dazu erzaehlen. Beim Hineingehen habe ich aber schon die Preise an den Bildern entdeckt und es war klar worauf das hinauslaeuft. Aber macht ja nix, man muss ja nichts kaufen. Nach einer halben Stunde war es dann auch soweit und sie sagte dass alle Bilder kaeuflich waeren und dass das Geld der Akademie zu Gute kaeme. Hoerte sich auch recht glaubhaft an, die Bilder (die ich zur Ueberzeugung auch alle mal anfassen musste) seien “echt” gemalt und nicht gedruckt und daher etwas teuerer. Aber eben auch keine Nachdrucke. Das stimmte, soweit ich das feststellen konnte auch, aber mit 200 Yuan (20 Euro) pro Bild (letzter Preis) war mir das doch zu teuer. Da nehme ich doch lieber die billigen Nachdrucke.
War aber auch kein Problem, sie wurde ein wenig nervig da ich es ueber die “Kein Geld dabei”-Masche versucht hatte und sie mir die Bilder zum Hostel bringen wollte, hat es im Endeffekt aber eingesehen und ist abgeschwirrt.
Die ganze Geschichte wurde ein wenig unglaubhafter als mich noch drei weitere Leute zu anderen Austellungen von studentischen Malern schleppen wollten. Naja, sie sagten es waeren eben Sommerferien und die Unis wuerden so an ihr Geld kommen. Koennte also auch sein, ist aber egal da ich eh nichts kaufen wollte. Zumindest konnte ich mein Chinesisch antesten, was zwar nicht gut aber immerhin ein wenig geklappt hat.
Als ich gerade zum Hostel zurueck wollte, sprach mich noch ein junger Typ (meines Alters) an, sagte er waere Englisch Student und sein Lehrer haette ihm geraten sich Langnasen zum Quatschen zu suchen. Er wollte eine Runde durch das alte Beijing drehen, aber ich hatte keine Lust mehr. Als ich dann schon fast an der Ubahn war sprach mich wieder jemand an, diesmal wieder ein Maedchen, das mir die gleiche Story wie der Typ zuvor erzaehlte und auch nach “Old Beijing” wollte. Jetzt bin ich ein wenig skeptisch was da wohl abgeht, mal schauen, wenn ein paar Kommilitonen nachgekommen sind, werde ich vielleicht mal dort hin gehen. Man hoert soviel ueber Abzocker. Und mit den Ueberfall-Erfahrungsberichten vom DAAD kombiniert, bin ich ein wenig mistrauisch.
Vielleicht aber auch vollkommen zu unrecht, denn in den Gegenden wo ich bisher war, wimmelt es nur so von Polizisten, die stehen hier an jeder Ecke und helfen aus. Allgemein kann man sagen dass hier sehr viele Leute ueberall am Arbeiten sind, die oeffentlichen Plaetze sind extrem sauber, andauernd kommen Kehrer und Kehrfahrzeuge vorbei. Auch die Verkaeufer sind alle sehr hoeflich, so richtig belaestigt wurde ich bisher noch nicht. Und das im Westen so verschrieene “Spucken” habe ich auch nur sehr selten gesehen, da sind die deutschen Nachwuchs-Asis schlimmer.
Heute wollte ich eigentlich noch irgendwohin wo man shoppen kann und gucken ob ich ein paar T-Shirts abstaube, aber da ich jetzt schon ueber eine Stunde hier im Netz haenge und es bereits 17:30 Uhr ist, werde ich mir das noch einmal ueberlegen.
So. Nachdem hier gestern Abend das Netz überhaupt nicht erreichbar war, reiche ich die Berichte eben heute nach. Zum Glück habe ich ja nicht nur einen Blog, sondern auch einen Block!
Schweren Herzens Familie und Freunde verabschiedet und ab in den Flieger. Mit einem Schlag, noch vor dem Start, war alles unvertraut, in der skandinavischen Fluglinie wurde nur Dänisch und Englisch gesprochen. Leider habe ich auch vom Englischen wenig verstanden da ich erstens direkt neben der Turbine sass und zweitens das Englisch der Crew (wie auch meins) nicht sooo berauschend war. Zusätzlich kam eine gewissen Beunruhigung dazu, denn auf dem Flügel klebten Dinge die wie Pflaster aussahen, und in einem kranken Flugzeug will man nunmal nicht gerne fliegen. Aber ich hatte ja keine Wahl. Alles was ich noch mitbekommen habe bevor es gen Himmel ging, war irgendwas von Verspätung und Turbulenzen. Das volle Mach-Mitch-Glücklich-Programm, sozusagen.
Als wir dann endlich in Kopenhagen landeten, war Hektik angesagt, das Boarding nach Beijing hatte bereits seit zirka 20 Minuten begonnen, der Schalter war, wie auch anders möglich, am anderen Ende des Flughafen, dazwischen noch die Passkontrolle. Habe es aber noch rechtzeitig geschafft, war auch nicht der letzte und musste auch noch etwas warten bevor es weiter ging.
Die Maschine die mich nach Beijing flog war, für meine Verhältnisse sehr gross. Sieben Plätze pro Reihe und drei oder vier Abteile lang. Und es war eng. Sehr eng. Zum Glück hatte ich wieder einen Fensterplatz, zu meinem Pech versuchte aber mein Platznachbar einen Smalltalk anzufangen, eigentlich ja nicht so schlimm, aber der Mann hatte vielleicht einen Mundgeruch!! Ich konnte ihn dann aber erfolgreich durch Nichtbeachtung und Aufsetzen meiner Kopfhörer vergraulen.
Zum Flug selbst kann ich nicht viel sagen, war recht langweilig. Habe “Syria” auf englisch geguckt, hatte aber schon ohne mich angefangen und ich habe den Anschluss nicht mehr gekriegt. Dann gab’s Hühnchen auf koreanische Art (lecker) und während ich darauf wartete, dass “V wie Vendetta” (oder so) anfing, bin ich weggepennt. Sehr unruhiger Schlaf, besonders nachdem ich mein Kissen versehentlich nach Hinten weggeworfen hatte und nicht über die Leute klettern wollte und es daher liegen lassen habe. Wenigstens haben meine Beine und Arme die ganze Zeit geschlafen. Dann gab es auch schon Frühstück und wir landeten in Beijing.
Am Flughafen dort musste ich dann noch drei Stationen durchlaufen und verschiedene Zettel abgeben die ich im Flieger bereits ausfüllen musste. Das war einer mit “Grund meiner Reise”, ein weiter auf dem ich versichern musste, nicht mit Hühnern gespielt zu haben und auch nicht mit kranken Menschen zu tun hatte, und zuletzt noch der Zoll-Zettel, auf dem man angeben musste ob man verschiedene böse Sachen einführen will, unter anderem Dinge die dazu dienen die chinesische Moral zu untergraben. Da ich aber alles zur vollen Zufriedenheit der Beamten ausfüllen konnte, durfte ich dann eindlich rein und konnte meine knapp 30 Kilo Gepäck schultern. Auf dem Weg zur Haupthalle musste ich dann noch an so pi mal Daumen 500 Wartenden vorbei die mit Zetteln auf mich einwinkten. Da mein Name aber, wie erwartet, auf keinem der Zettel stand, bin ich auch dort problemlos vorbei gekommen. Noch schnell Geld gewechselt und auf nach draussen, den Shuttlebus suchen.
Kaum hatte ich die internationale Atmosphäre des Flughafen verlassen, war es auch schon vorbei mit englisch sprechenden Leuten, die Typen vom Busstand konnten nur noch “Ticket” und das nächste englische Wort habe ich dann erst wieder im Hostel gehört.
Den richtigen Bus und ein Ticket habe ich aber dann doch noch gefunden/bekommen und die Reise, als einzige Langnase im Bus, ging los. Wir fuhren und fuhren und fuhren. Leute stiegen aus. Leute stiegen ein. Und wir fuhren weiter und weiter und bei jedem Halt versuchte ich das “Xidan Aviation Biulding” aus dem Wortschwall des Fahrers herauszuhöen, aber leider erfolglos. Erschwert wurde das ganze noch durch die Tatsache, dass der Fahrer den “Hall wie in einer Konzerthalle”-Effekt eingeschaltet hatte und ich eigentlich noch ge-echote Silben gehört habe. Da es auf dem Schild am Flughafen aber so ausgesehen hatte als ob ich zur Endstation müsste, bin ich tapfer sitzengeblieben.
Nach einer guten Stunde und viel Gehupe (alle Fahrzeuge in Beijing hupen oder klingeln ununterbrochen) waren wir dann an der letzten Station angekommen, also raus und wieder das Gepäck schultern (habe ich erwähnt dass das 30 Kilo wog?) und hoffen richtig zu sein. Ich bin keine 5 Meter weit gekommen als ich von einem Typen einer Taxi-Schlepper-Bande (“private” Taxis, schweineteuer, alles Abzocker) angelabert wurde, der konnte mir zumindest bestätigen, dass ich am richtigen Ort war. Er wurde zwar ein bischen böse als ich ihm klar machte dass ich nicht in sein “Taxi” will (er wollte auch 30 Yuan, das dreifache von dem was mein Hostel auf der Wegbeschreibung angegeben hatte) aber naja, nicht mein Problem. Auf der Suche nach einem Taxifahrer der die Changchunjie am Guohua Market kennt habe ich es fast bereut nicht bim dem Typen mitgefahren zu sein. Keiner kannte das. Irgendwann meinte dann einer ich sollte es doch auf der anderen Strassenseite versuchen weil das wohl in der Richtung läge und er keinen Bock hätte den Wagen zu wenden. Das habe ich auch versucht, aber dort hat keiner angehalten. Also bin ich mit meinem Gepäck (30 Kilo, ja!) einmal rund um den Platz dort gelaufen, aber auch keinen Erfolg gehabt. Zuletzt bin ich dann wieder zum Taxistand zurück und habe so lange gefragt bis das einer kannte. Die Beijinger Taxifahrer scheinen keine Taxiprüfung machen zu müssen, denn im Endeffekt war es nicht weit und hat nur 12 Yuan (1,20 Euro) gekostet. Der Mann war sich zwar nicht sicher ob er das Ziel kennt, aber es stimmte alles und dank meinem kleinen Kompass von Lara habe ich dann auch das “westlich vom McDonalds” liegende Hostel gefunden.
Praktischerweise sind Backpacker in der Gegend bekannt und so ziemlich jeder der mir begegnete schickte mich in die richtige Richtung, das war anfangs zwar super, aber da es ungefragt geschah auf Dauer (und dabei war es nur ein kleines Stück) ein wenig nervig. Aber vielleicht hätte ich es sonst auch verfehlt, denn es liegt ein wenig versteckt und heisst auch nicht Feiying International Youth Hostel, sondern Feiyeng Hotel. Zumindest manchmal, drinnen steht das auf verschiedene Arten geschrieben. Naja, auch vollkommen egal, es war mein Hostel (zumindest haben sie die Anzahlung verrechnet) und ich hab’ eingecheckt.
Das Zimmer ist grösser als ich es erwartet hätte und auch relativ sauber. In Deutschland wäre ich zwar flott wieder ausgezogen, da ich aber mit Schlimmeren gerechnet hatte, war es doch erfreulich gut. Das einzig beunruhigende: Das Blut anderer Hostelgäste an Wänden und Decke! Ein offensichliches Mückenproblem!
Von den fetten Mistviechern habe ich schon so einige erlegt. Quasi mein Blut der grossen Blutsbrudergemeinschaft des Hostels hinzugefügt.
Nachdem ich dann in der “Lobby” kurz meine “Ich bin gut angekommen”-Mails versendet hatte, habe ich mich auf’s Ohr gehauen und ein wenig gepennt. Der Hunger hat mich dann so gegen 20 Uhr wieder geweckt und auf die Strasse getrieben. Hier ist mir das erste Mal aufgefallen: Alleine in China ist scheisse! Ich bin mal durch alle Strassen des Blocks gezogen und habe überlegt was ich essen soll. Die Seitenstrassen sind sehr dunkel und werden nur von den vielen kleinen Buden erleuchtet die von einem Haarschnitt über DVDs, Kleidung und jeder Menge Schund auch Essen anbieten. Aber da ich der einzige Ausländer dort war und von allen angestarrt wurde, habe ich mich dann doch nicht getraut was von der Strasse zu kaufen.
Ich habe kurz überlegt zum McDonalds zu gehen, aber mich dann doch für das Restaurant am Hostel entschieden. Ich warte mal auf Kommilitonen bevor ich die lustigen Sachen teste! Obwohl, so einige spannende Dinge gab es auch im Restaurant, ich will hier der Kürze halber nur die Hühnerköpfe erwähnen (mit schönem Foto in der Karte). Auch wenn die Kellnerin mich zu einer halben Ente überreden wollte, habe ich mich für Hühnchenstreifen in scharfer Sosse entschieden. Was ich nicht bemerkt hatte war, dass aus dem Bereich der kalten Speisen gewählt hatte, es war aber trotzdem lecker und sättigend, auch wenn ich nicht alles aufgegessen habe da doch ziemlich viele Knochen und Knorpel drin waren. Dazu gab’s lecker Qingdao Bier (kann ich mich dran gewöhnen) und mit insgesamt 19 Yuan war es wohl viel teurer als auf der Strasse, aber 1,90 Euro ist ja auch nicht wirklich viel.
So gegen 23 Uhr wollte ich dann nochmal ins Netz Emails und Blog versorgen, aber das war aufgrund technischer Probleme nicht möglich. Also ab in die Kiste (voher weitere Mücken erschlagen und feststellen, dass im Bad nachts lauter komische Käfer rumrennen) und auf den nächsten Tag warten. Der Bericht folgt dann auch gleich…