Gestern haben wir es natuerlich wieder nicht in die Verbotene Stadt geschafft, diesmal war Anny nicht so ganz fit und mir war es eigentlich sehr recht, denn so sicher fuehle ich mich auch noch nicht.
Statt dessen haben wir fast eine Stunde nach einer Bank gesucht und das bei schwuelen 33+ Grad in der prallen Sonne. Naja, wenigstens haben wir eine gefunden. Am Nachmittag habe ich mit Fuyu und Nadine nach den Ming City Wall Ruinen gesucht, aber leider erfolglos. Naja, das scheint nur was ganz kleines zu sein, denn in der Gegend wo die sein sollen, kannte das auch niemand. Alle wollten uns zur Chinesischen Mauer schicken… ![]()
Abends sind Anny und ich dann ueber die Wangfujing Einkaufsstrasse gelaufen, die Shopping Area der reichen Beijinger. Feierabend, Wochenende oder Sonntag kennt man hier nicht wirklich, alle Geschaefte hatten noch bis 22 Uhr auf. Das will ich auch fuer Deutschland!! Auch die grossen Leuchtreklamen und das ganze drumherum waren schon ziemlich beeindruckend und protzig. Da wir zuvor im Hostel beim Abendessen auf so einige Sprachschwierigkeiten gestossen sind, haben wir uns ein Phrase Book gekauft, jetzt haben wir zumindest die Standardsaetze auf Reisen recht schnell parat.
Von dieser reichen Strasse geht ganz am Ende der Night Market ab den ich ja bereits erfolglos gesucht hatte. Er besteht lediglich aus einer langen Reihe Fressbuden wo man so ziemlich abgefahrenes Zeug kaufen kann. Von irgendetwas das wie frittierte Maeuse am Stiel aussieht ueber Skorpione, Schlangen, Kaefer, Eidechsen, Tintenfische zu verschiedenen Suessigkeiten und Getraenken (teils “kalt kochend”). Gegessen habe ich aber nichts, denn der Geruch war einfach schrecklich, so einen Skorpion haette ich sonst, wenn jemand mitgemacht haette, vielleicht mal probiert. ![]()
Ich habe auch einige Fotos gemacht, die werde ich aber erst etwas spaeter hochladen, ich habe sie noch nicht auf meinen USB Stick gepackt. Hoffentlich sind die etwas geworden, denn bei Bildern im Dunklen braucht man eine ruhige Hand und die fehlt mir. Vielleicht haette ich mir doch eine Kamera mit Anti-Verwacklungs-Funktion holen sollen…
Heute morgen bin ich dann ins DAAD Hotel umgezogen, um 14 Uhr beginnt hier das Treffen und ich wollte vorher noch ein wenig Zeit haben. Das Hotel liegt zwar am Arsch der Welt von Beijing, aber es ist recht luxerioes, gross und sauber. Kommt also noch mehr Urlaubsfeeling auf (das habe ich aber eigentlich schon seit ich in Beijing angekommen bin). Anny muss jetzt alleine bei den Kakerlaken wohnen, die wollte ja nicht zum DAAD Treffen.
In zwei Tagen geht es dann ab nach Dalian, ein Flugtickt habe ich schon, fuer 58 Euro fliege ich am Mittwoch um 11 Uhr mit den Southern Airlines von Beijing los. Dauert knapp eine Stunde. Zum Glueck habe ich mich fuers fliegen entschieden, denn wir waren bei unserer Suche nach der Ming City Wall gestern auch am Bahnhof vorbeigekommen und da steht man schon draussen Schlange. Das waere mit 30 Kilo auf den Schultern doch ein wenig viel.
Jetzt werde ich noch schnell die Uni anschreiben damit ich dort dann auch abgeholt werde…
Eigentlich wollten wir heute in die Verbotene Stadt, aber ich habe mich mal wieder nicht so ganz fit gefühlt, daher haben wir es (mal wieder) auf morgen verschoben. Ist sicher die Hölle los, an einem Sonntag. Der Tiananmen war auch heute schon sehr überlaufen. Statt dessen haben wir uns zunächst mit weiteren Kommilitonen und Anny’s Sprachpartner Li Ning getroffen. Der hat uns auch gleich zum Essen eingeladen und da ich seit Donnerstag außer ein paar Bananen und Keksen nichts gegessen habe, hoffe ich dass das mal gut geht. ![]()
Danach sind wir, nur noch zu viert, in den Beihai Park gefahren, das ist ein mit Buden und Bars umrandeter See im Nordwesten der verbotenen Stadt. Auch wenn es ein Touristenmekka ist, war es doch recht hübsch da, wir sind ein wenig herumgelaufen, haben uns noch einen buddhistischen Tempel angeguckt und haben uns dann ein Tretboot gemietet.
Ich habe es auch endlich geschafft ein paar Fotos hochzuladen, vom Tiananmen Platz und vom Beihai Park. Habe auch versucht meine Kamera mit chinesischen Batterien zu füttern, aber nach knapp 8 Bildern waren die schon wieder leer. Jetzt hoffe ich, dass die über Nacht aufladen und nicht vom komischen, chinesischen Strom kaputt gemacht werden.
Morgen versuchen wir es mal wieder in die Verbotene Stadt, da würde ich ja schon gerne das eine oder andere Foto machen.
Achja, und ich habe einen weiteren, bloggenenden Kommilitonen gefunden: Die Nadine. Heute morgen in Beijing angekommen.
Heute hatten wir eigentlich geplant uns die verbotene Stadt anzuschauen, aber da Anny vor 12:30 Uhr nicht aus dem Bett zu bekommen war und Kathrin, die schon im DAAD Hotel ist, auch kleinere Schwierigkeiten hatte, haben wir uns erst gegen 14 Uhr getroffen. Die verbotene Stadt schliesst leider schon um 15:30 oder so (zumindest kein Einlass mehr), also hatten wir dafuer keine Zeit mehr. Wir sind statt dessen was auf dem Tiananmen Platz herumgelaufen und haben uns dann zuletzt zum “Seidenmarkt” begeben. Bzw zu einem Seidenmarkt, denn es gibt wohl mehrere.
Dort wird so ungefaehr alles verkauft, jede Menge Fakes und co. Die Preise sind immer ziemlich genial, alle Verkaeufer nennen zuerst den “Originalpreis”, machen einem dann ein “Freundschaftsangebot” von zirka der Haelfte und lassen sich im Endeffekt auf ein viertel oder drittel runter handeln. Wobei ich selbst da noch das Gefuehl hatte, es waere noch um einiges billiger gegangen. Aber das dauert halt auch immer ewig.
Ich habe mir nur eine Schultertasche geholt, da meine “Sicherheitsbauchtasche” recht unpraktisch ist: Bei schwuelen 30 Grad eine kleine Waermtasche unter der Hose zu tragen ist echt unangenehm. Schultertaschen kann man im Gedraenge ja gut nach vorne nehmen. Der Typ meinte der Preis waere 480 Yuan (“original swiss army, good quality”), hat aber “nur fuer mich” den Preis auf knapp ueber 300 Yuan gesenkt und hat im Endeffekt 110 Yuan bekommen. Ich dachte erst das ware ein gutes Geschaeft, aber die Maedels haben es immer dreister gemacht und Anny hat eine Sonnenbrille (Freundschaftspreis ca. 300 Yuan) dann auf 35 Yuan heruntergehandelt. Ich muss also unbedingt nochmal da hin und mir ordentliche Flipflops oder aehnliches holen. Wenn wir hier taeglich so extreme Lauftouren machen, ist das sicher angenehmer als die dicken Schuhe.
Kann man im Endeffekt aber auch viel zu viel Geld lassen, Kathrin fehlte danach das Geld fuers Taxi zurueck. Waere aergerlich gewesen wenn man da alleine unterwegs ist… ![]()
Morgen versuchen wir es dann nochmal mit der verbotenen Stadt und Sonntag dann vielleicht mal mit der Chinesischen Mauer. Ab Montag bin ich ja schon im DAAD Hotel und am Mittwoch (ich werde wohl fliegen, kostet knappe 70 Euro) dann auch schon in Dalian.
Heute morgen hat sich das Essen vom Vortag geraecht. Ich hatte ein wenig Angst die Toilette zu verlassen. Aber da ich Anny am Flughafen abholen musste – und wir natuerlich keinen Notfallplan hatten – musste ich doch irgendwie los. Habe dann meinen eigentlichen Plan – mit Bus und Bahn zum Flughafen – verworfen und mich fuer ein Taxi entschieden. Das Hostel hat mir eins bestellt, leider habe ich vorher nicht nach dem Preis gefragt und musste 150Y zahlen, regulaer kostet das (wie ich auf dem Rueckweg festgestellt habe) nur 120Y. Also nicht wirklich schlimme Abzocke, ausserdem war der Fahrer (kein Wort englisch) witzig. Durch meine Ueberdosis an Imodium Akut war mir allerdings die meiste Zeit uebel oder ich bin eingeschlafen. Und das will was heissen! Die Autofahrer sind alle bekloppt hier. Ich war froh in einem grossen, mit Bueffelfaengern ausgestattetem Jeep zu sitzen waehrend der Fahrer (der sein Auto auf den Milimeter genau kannte) sich in die unmoeglichsten Luecken gedraengt hat. Aber so fahren alle hier.
Am Flughafen – ich war 15 Minuten nach geplanter Landung von Annys Flieger da – musste ich feststellen, dass der leider anstatt um 11:35 Uhr erst um 13:20 landen sollte. Aergerlich, besonders wenn man ein wenig schwach auf den Beinen ist und grosse Angst hat, ein dringendes grosses Geschaeft auf einer oeffentlichen, chinesischen Toilette verrichten zu muessen!! ![]()
Naja, ich bin dann halt die anderthalb Stunden da so rum getingelt und es ging mir mit der Zeit auch immer besser. Gut konnte man zwar noch nicht sagen, aber ich glaube schon dass ich es sogar mit dem Bus zurueck geschafft haette. Naja, wenigstens stimmte die neue Ankunftszeit und Anny hat auch nur 55 Minuten gebraucht bis sie endlich durch Zoll und co gekommen ist. Dafuer hatte sie einen meiner Dozenten mitgebracht den sie im Flugzeug getroffen hatte. Die Welt ist klein, besonders da ich zuvor noch eine Kommilitonin (hallo Tabea) getroffen habe und laut ihr eine weitere bloss knapp verpasst habe (hallo Kathrin). Zusaetzlich habe ich noch eine Stewardress gesehen die meinen (Ex-)Mitbewohner kennt und mit der wir in der WG schonmal gegessen hatten. Leider ist mir ihr Name nicht eingefallen und sie war weg bevor ich was machen konnte. Naja, so richtig haette ich auch nicht gewusst was ich sagen soll… ![]()
Als Anny dann also endlich da war, sind wir noch durch den Flughafen gelaufen, sie hat sich ein Konto bei der Bank of China angelegt (gar nicht so einfach wenn man kein chinesisch kann) und wir haben uns noch die SIM-Karten besorgt. Interessant war, dass alle Chinesen mit Anny partout (schreibt man das so?) nur chinesisch reden wollten und es einfach nicht eingesehen haben, dass sie das auch nicht besser kann als ich (das ist gelogen, aber sie ist zumindest nicht fluessig genug fuer echte Chinesen). Wir haben uns fuer den Rueckweg auch fuer ein Taxi entschieden weil das nunmal einfach bequemer ist und ja jetzt nicht die Welt kostet. Das war das erste Mal dass ich fuer ein Taxi Schlange stehen musste! Die Abzocker-Taxi-Banden (die mich waehrend meiner Wartezeit tausende Male angelabert hatten) waeren vermutlich schneller gewesen, haetten aber auch mindestens das dreifache gekostet.
Wieder im Hostel wollte ich eigentlich nur “schnell” mal Mails lesen, habe mich aber waehrend des Wartens auf einen freien Platz mit einem Hostelangestellten und einer chinesischen Studentin verquatscht. Ins Gespraech kommt man in Hostels auf jeden Fall sehr schnell. Als ich es dann endlich ins Netz geschafft hatte, hat sich dann auch der Hunger bemerkbar gemacht und wir sind los, diesmal was von der Strasse zu essen kaufen.
Wir haben es mit Teigtaschen versucht, die laut Verkaeuferin alle unterschiedlich aber mit Schweinefleisch gefuellt waren. War lecker, aber sehr fettig. Danach habe ich aus Ruecksicht auf meine Verdauung auf weiteres verzichtet. Man weiss ja nie. Morgen wollen uns die verbotene Stadt anschauen, da will ich ja fit sein. Mal sehen ob wir da wieder so extrem angestarrt werden, das war heute schlimmer als gestern, wobei die Leute heute wenigstens die meiste Zeit Anny angestarrt haben. Asiatinnen mit Auslaendern im Schlepptau sind wohl noch interessanter als Auslaender alleine. Ich war ja schon fast eifersuechtig… ![]()
Ein Adapter fuer meine Stecker habe ich dann auch noch gekriegt, ich habe zwar keine Ahnung was die Frau an der Theke alles erzaehlt hat, aber das Teil funktioniert und hat mich ganze 3,90 Euro gekostet. War gar nicht so einfach rauszukriegen wie so ein Ding auf chinesisch heisst, ich hab im Hostel nach einem “Adapter for my plugs” gefragt und die haben mich erstmal angeguckt als haette ich was sehr unanstaendiges verlangt. Habe es dann aber noch hinbekommen und einen Zettel mit dem gesuchten Wort bekommen.
Soweit fuer heute…
Ich habe mir gerade eine SIM-Karte besorgt. Eigentlich wollte ich eine fuer ganz China, aber das Maedel hat mich entweder falsch verstanden oder ueber den Tisch gezogen, die Karte die ich jetzt habe funktioniert zwar ueberall, aber ist anderswo als in Beijing teurer. Naja, ich werde sehen um wieviel teurer und dann notfalls eine neue kaufen. Kostet ja nicht die Welt, habe jetzt 23 Euro inklusive 170 Minuten gezahlt und anderswo ist es bestimmt noch billiger.
Nummer: 13671134114, sollte ueberall aus China einfach so erreichbar sein, aus dem Ausland (nur fuer Notfaelle da sicher extrem teuer) muesste man wohl die 0086 fuer China vorwaehlen, aber das muss ich noch austesten…